Nach nur 3 Minuten und 53 Sekunden schien das Kellerduell zwischen dem Letzten und dem Vorletzten bereits entschieden. Zwei mal waren die Gäste nahezu unbehelligt bis direkt vor das HSV Gehäuse gekommen, und zweimal hatten sie eiskalt zugeschlagen. Somit lag der HSV 0:2 zurück und es schien wieder nichts zu werden mit dem ersten Saisonsieg.
Es dauerte fast 15 Minuten bis sich der HSV von diesen Nackenschlägen einigermaßen erholte. Mehr und mehr gestaltete sich das Spiel nun ausgeglichener und es gab schon die ersten gefährichen Situationen, die erkennen ließen, dass die Gäste bei Standards anfällig waren. Trotz einiger guter Chancen wollte jedoch vor der Pause kein Treffer mehr gelingen.
Das sollte sich im zweiten Abschnitt gehörig ändern. Das Spielfeld war nun eine Einbahnstraße in Richtung des Gästetores. Sechs Minuten nach Wiederanpfiff fand eine weite Freistoßflanke von Christian Hartung den Kopf von Andi Moritz, und dieser sorgte für den Anschlußtreffer.
In der 65. Minute klatschte ein Kopfball nach einem Eckball noch an die Latte, doch 60 Sekunden später fiel der Ausgleichstreffer. Tommy Nähr hatte kurz auf Marcus Bussek abgeworfen. Dieser trieb den Bal bis zur Mittellinie und schickte dann Christian Hartung steil auf rechts außen. Dieser passte scharf und flach nach innen, und der mitgelaufene Christian Adelsperger hatte keine Mühe, aus kurzer Distanz einzuschieben.
Damit gab sich der HSV jedoch nicht zufrieden. Man unternahm alles, um das Match endgültig zu drehen. Ein Weitschuß von Andi Moritz knallte genauso wie eine verunglückte Abwehr der Gäste an die Latte, und Hans-Jörg Pasow konnte eine Riesenchance nicht nutzen. Diesen Luxus leistete sich der HSV allerdings auch bei vielen guten Freistoßsituationen, bei denen der Ball nur ideennlos über Mauer und Tor geschlenzt wurde.
Als die Gäste in der Schlußminute einen Akteur wegen wiederholtem Foulspiel mit der Ampelkarte verloren, bot sich den Hausherren die allerletzte Möglichkeit. Alfred Schreigg brachte einen Freistoß nach innen, und abermals Andi Moritz war mit dem Kopf für den viel umjubleten Siegstreffer verantwortlich. Unmittelbar darauf pfiff der Schiedsrichter ab.
Es war ein Sieg der Moral. Das Team gab sich zu keinem Zeitpunkt der Partie auf und erzwang diesen Sieg mit einer vor allem in den zweiten Hälfte tadellosen Leistung! |