Wenn jemand dem HSV vor der Partie oder in der 89. Minute ein 2:2 angeboten
hätte, wäre man erfreut darauf eingegangen. Nach dem Schlußpfiff jedoch
hätte es auch der erste Sieg sein können, aber dazu später. Gehen wir
chronologisch vor:
Fünf Minuten waren gespielt, als zum ersten Mal gejubelt werden durfte. Stefan
Golling hatte sich bis zur Torauslinie durchgesetzt
und zurück auf Tobias Zimmermann gelegt. Seinen Schuß konnte der Gästekeeper nur auf Jürgen Böhler abklatschen. Dieser ließ sich die Chance nicht
entgehen und sorgte aus kurzer Distanz für das 1:0.
Die Bobingen fanden nur schwer
ein Rezept gegen die taktisch clever agierende HSV-Truppe. Sie hatten zwar
deutlich mehr Ballbesitz, doch offensiv verbreiteten sie nur wenig Angst
und Schrecken. Dennoch kamen sie nach 18 Minuten zum Ausgleich. Der HSV war
jedoch keineswegs geschockt und zog das Konzept konsequent weiter durch.
Fünf
Minuten vor der Pause bot sich dann die große Chance, erneut in Führung zu
gehen, doch der Schuß von Stefan Golling landete direkt in den Armen des
Torhüters. Besser machten es die Gäste 180 Sekunden später. Sie nutzten
eiskalt einen zu kurzen Klärungsversuch der HSV-Abwehr zum 1:2.
Nun musste man fürchten, erneut zu verlieren, doch die Mannschaft auf dem
Platz gab alles, um das zu verhindern. Zunächste musste man das Glück des Tüchtigen in Anspruch nehmen. Bei einem Rettungsversuch auf der eigenen Linie
donnerte Jürgen Böhler den Ball an die Unterkannte der Latte des eigenen
Gehäuses. Unser Altmeister machte dann aber auch auf der anderen Seite von
sich reden. Schön freigespielt tauchte er vor dem Bobinger Keeper auf,
umspielte diesen auch gekonnt und.... setzte den Ball ans Lattenkreuz.
Besser
lief es dann in der 83. Minute. Dort segelte ein Freistoß von Hansjörg Passow
in den Strafraum, Stefan Golling verlängerte per Kopf, und Jürgen Böhler erzielte aus der Drehung das 2:2. Jetzt hätte das Spiel aus sein können, und auf dem Balkon sehnte man sich den
Schlusspfiff herbei. Bis zur 90.Minute: Urplötzlich stand Michael März
frei vor des Gegners Tor, doch sein Ball sprang nur an den Innenpfosten und
von dort in die Arme des Bobinger Torhüters.
Dennoch kann man mit diesem Punkt und auch mit der Spielweise unserer Elf
sehr zufrieden sein. Einsatzwille, taktische Disziplin und Moral zeigten endlich, was in der Truppe steckt. Wenn so weiter gearbeitet wird, kann und
wird es aufwärts gehen. Die nächste Chance bietet sich in Mickhausen... |