Der HSV benahm sich wie dieser goldene Oktobersonntag - ruhig und zurückhaltend. Es fehlte alles, was man braucht, um ein Fußballspiel erfolgreich zu gestalten. Die geistige und körperliche Abwesenheit führte dazu, daß ein eigentlich harmloser Gegner zum Toreschießen eingeladen wurde. So stand es nach 36 Minuten bereits 3:0 für den Tabellenletzten.
Auf der anderen Seite ging der HSV mit seinen durchaus guten Chancen grob fahrlässig um und beschoß den Gegner mit Wattebällchen. Als man schon daran dachte, wie man sich in der Pause die Nase pudern sollte, konnte Benjamin Keller doch noch auf Pass von Ali Akhtar auf 3:1 verkürzen.
In der zweiten Halbzeit sollte alles besser werden, doch die ersten Gelegenheiten hatte wieder der SSV Margertshausen, vergab jedoch die Vorentscheidung.
Der HSV kam nun immer besser in die Partie und war drauf und dran das Spiel zu drehen. Nachdem Ali Akhtar auf Passow-Freistoß zum 3:2 einköpfte, hätte die große Stunde des Benjamin Keller kommen können. Es ist einerseits sensationell, wie sich der junge HSV-Stürmer mehrfach mustergültige Chancen erarbeitete, doch fehlte ihm heute das Glück im Abschluß.
So reichte es am Ende nicht mehr zum Punktgewinn bzw. Sieg, der trotz der verschlafenen Anfangsphase noch möglich gewesen wäre.
Der HSV muß langsam erkennen, daß 90 Prozent nicht reichen, um ein Spiel zu gewinnen. Und wenn man eine dermaßen peinliche Leistung abruft, reicht es auch nicht für das sieglose Schlußlicht. Im Gegenteil - mit dieser bodenlosen Einstellung der ersten Halbzeit hätte es selbst gegen das AH-Team des SV Schnitzelfriedhof eine Schlappe gesetzt. |